Muttertagsgedichte zum Muttertag 2014

Warum haben berühmte Dichter und Schriftsteller Muttertagsgedichte und Gedichte zum Muttertag geschrieben? Alles zu Ehren der Mutter, die mit ihrer unermüdlichen Liebe und Geduld für ihre Kinder und für die Familie da ist. Dabei ist der Muttertag keine Erfindung von Floristen und Parfümläden wie oftmals angenommen wird. Doch woher stammt der Muttertag und mit ihm die Muttertagsgedichte? Schon bei den Griechen gab es das Fest zu Ehren der Mutter. Die Urmutter der Griechen war die Göttin Rhea.

muttertag2013Im 13. Jahrhundert war der Laetare-Sonntag der Mutter Kirche gewidmet für die Mutterschaft. Der kirchliche Hintergrund zum Ehrentag der Mutter verschwand aber und aus England und Amerika wurde der Muttertag fest in unserer Tradition verankert. 1923 war es, als der erste Muttertag gefeiert wurde. Der Sinn ist heute wie damals der gleiche geblieben. Dank der Mutter zu sagen für ihr Wirken und Tun und für die Liebe die sie der Familie gibt. Manche sagen, es wäre schlimm, wenn dieses Ehren nur einmal im Jahr stattfände. Aber das dem nicht so ist, wissen die Mütter genau, die ihren Sohn und ihre Tochter leiten und schützen. Besonders wenn noch kleine Kinder da sind, ist der Muttertag für sie ein ganz besonderer Tag. Dürfen sie doch der Mutter einen Spruch zum Muttertag aufsagen und ihr ein paar Blümchen überreichen oder ein selbstgemaltes Bild. Es ist für die Kleinen wie Weihnachten, wenn der Sohn oder die Tochter mit ihren Vätern oder Opas heimlich etwas für die Mutter besorgen oder basteln dürfen. Und nun neu zum Valentinstag: www.valentinstagsgedichte.com !


Muttertagsgedichte : Lied der Mutter

Lied der Mutter

Ihr Kinder, es ist Essenszeit!
Halt’ jedes seinen Mund bereit,
Ihr Großen, nehmt Löffel und Gabel,
Ihr Kleinen aber, gebt mir acht,
Dass ihr das Kleid nicht schmutzig macht,
Und öffnet weit den Schnabel!

Was, Kinder, ist die Suppe fein?
Ich tat ein gutes Ei hinein,
Das ist eine Kaisersuppe!
Die Henne machte gluck, gluck, gluck -
Du einen Schluck, du einen Schluck
Und einen für die Puppe.

So, Kinder, wischt euch hübsch den Mund,
Ein Stückchen Fleisch macht Mädel rund
Und Buben zu Soldaten:
Ein Stückchen du, ein Stückchen du,
Und macht mir kein Gesicht dazu!
Es gibt nicht immer Braten!

Habt ihr auch alle den Teller leer?
Sonst gibt es keinen Kuchen mehr,
Kuchen und noch was Feines!
Wer nicht brav ist und Mutter quält,
Bekommt nie mehr ein Märchen erzählt!
Am besten pappt doch mein Kleines!

Hugo Salus 1866 – 1929

Muttertagsgedicht : Muttertagsgedicht

Muttertagsgedicht

Ertönet, Lieder der Freude,
In sanfter Melodie!
Ertönet lieblicher heute,
In schöner Harmonie!

Von Hochgefühlen der Freude
Durchglüht, schlägt uns’re Brust.
Wir werden inniger heute
Uns unsers Glücks bewußt.

Empfange unsere Weihe
Mit güt’gem Mutterblick,
Du bist mit zärtlicher Treue
Der Deinen höchstes Glück.

Sieh, Deine Kinder umschlingen,
Entflammt von Freude, Dich,
Und Deine Freunde umringen
Gerührten Herzens Dich.

Im still erquickenden Glanze
Verborg’ner Häuslichkeit,
Blüht Dir, im grünenden Kranze,
Glück und Zufriedenheit.

So wall’ im herzlichen Bunde
Der reinsten Zärtlichkeit,
Begrüß’ die heutige Stunde
Noch oft mit Heiterkeit.

Vollständige Sammlung von Gelegenheitsgedichten 1852

Gedicht zum Muttertag : Die Mutter

Die Mutter

In mir tief innen
Ist ein Wunder geschehen,
Kleine, winzige Füßchen beginnen
In meinem Leibe herumzugehen.

Die Nächte und Tage
Flammen in freudigem Schein,
Denn, o Glück und Liebe, ich trage
In das Jahr ein Wunder hinein.

Alfons Petzold 1882 – 1923

Gedichte Muttertag : Das Mutterherz

Das Mutterherz

Mutterherz, o Mutterherz,
Ach! Wer senkte diese Regung
Diese flutende Bewegung,
Diese Wonne, diesen Schmerz
Süß und schauervoll in dich?

Gott, der Herzenbilder,
Sprach zur roten Flut
In den Adern: Milder
Fließe, still und gut!
Und da strömten Flammen
Alle himmelwärts
In der Brust zusammen,
Und es ward ein Mutterherz.

Mutterherz, o Mutterherz!
Diese liebevolle Regung,
Diese flutende Bewegung,
Diese Wonne, diesen Schmerz
Senke Gott, nur Gott in dich!

Christian Schubart 1734 – 1787

Muttertag Gedicht : Die Erweckung

Die Erweckung

Die Mutter schläft in der Friedhofsruh’.
Da kommt ihr ältester Sohn auf Besuch
Und ruft mit freudiger Stimme aus:
“Liebe Mutter, komm in mein schönes Haus,
Ich habe ein holdes, ein fröhliches Weib
Und Kinder so frisch wie die Rosen im Mai,
O Mutter, Mutter, ich lade dich ein,
Komm, und hilf uns glücklich sein.”
Die Zypressen schweigen – die Mutter schläft.

Dann kommt der zweite Sohn geritten,
Mit stolzer Würde und feinen Sitten.
“O Mutter, könntest du auferstehn,
Um selbst zu sehen, was mir geschehn.
Der König hat mich zum Minister erwählt,
Es jubelt mir zu die halbe Welt.
Mutter, o komm, nimm teil an der Ehr’,
Die deinem Sohn so reich widerfährt.”
Die Zypressen schweigen – die Mutter schläft.

Da kommt der jüngste Sohn gegangen,
Hat rote Augen, fahle Wangen.
Sein Ton ist heiser, sein Wort ist müd’,
Er weiß von glück und Ehren kein Lied.
“O Mutter, ich bin so ganz allein,
So seelenverlassen und ganz allein
Und Hunger – ”
Am Hügel rieselt der Sand – die Mutter wacht auf.

Peter Rosegger 1843 – 1918

Gedichte Muttertag : Mutterliebe

Mutterliebe

Mutterliebe!
Allerheiligstes der Liebe!
Ach, die Erdensprache ist so arm,
O! vernähm ich jener Engel Chöre,
Hört ich ihre Töne heilig Klingen,
Worte der Begeistrung wollt ich singen:
“Heilig, heilig ist die Mutterliebe!”

Wie die Sonne geht sie lieblich auf,
Blickt herab, den Blick voll süßem Frieden,
Lächelt freundlich ihren jungen Blüten -
Und die Pflanze sprosst zum Licht hinauf.
Rauhe Stürme ziehen durch die Flur,
Und die junge Pflanze bebet,
Doch die Sonne blickt durch die Natur,
Und die junge Pflanze lebet,
Neu erwärmt von ihrem Blick, und strebet
Höher noch zu ihrer Sonne auf.
Mutterliebe! Du, du bist die Sonne!
O wie leuchtest du der Blüte doch so warm!
O wie heilig ist die Mutterwonne,
Wenn das Kind umschlingt der treue Arm!
So am Abend, so am Morgen,
Nie ermattet sie,
Wacht in Freuden, wacht in Sorgen
Spät und früh;
Sie begießt mit Muttertränen
Ihrer Augen Lust,
Wärmet sie mit stillem Sehnen
An der treuen Brust.

Süße Hoffnung schwellt die Mutterbrust,
Dass die Blüte wird zur Knospe keimen,
Früchte sieht sie in den süßen Träumen.
Heilge, reine Mutterliebe,
Dass sich nie dein stiller Himmel trübe!

Mutterliebe!
Allerheiligstes der Liebe!
Dir ertönten jener Engel Chöre,
Als der Herr zur Erde niederstieg,
Wollt er an der Mutterlieb erwarmen
Und erwachte in der Mutter Armen.
Sinket nieder,
Schwestern, Brüder,

Fleht zu dem, der Mutterlieb erkannt,
Der sie schuf, sein reinstes Seelenband,
Fleht mit uns, ihr Geister unsrer Lieben,
Tragt es aufwärts, unser kindlich Flehn,
Tragts hinauf zu jenen Sternenhöhn,
Werft euch nieder vor des Vaters Thron,
Fallet nieder vor der Mutter Sohn,
Die ich nur mit Scham gestehe,
Dass auf uns er seine Gnade senke
Und den süßen Trost uns immer schenke -
Das segensvolle Heiligtum der Liebe,
Der Mutterliebe!

Wilhelm Hauff 1802 – 1827

Gedicht zum Muttertag : Mutter! Mutter!

Mutter! Mutter!

Fortweinen möchte’ ich dies Leben,
So weh ist mir
Ohne dich.
Mutter, noch einmal nur
Sing mir dein Wiegenlied,
Mutter, sing mich zur Ruh.

Michael Georg Conrad 1846 – 1927

Muttertagsgedichte : Das Mutterherz

Das Mutterherz

Willst du auf die Erde,
Sprach der Herr zu mir,
Brauchst du Liebe,
Die dich schützt,
Brauchst du Treue,
Die dich nie verlässt.

Doch wirst du auf Erden
Finden nicht so bald
Lieb und Treue
Echt und heilig;
Darum geb’ ich dir
Von meiner mit.

Und ich will sie legen,
Liebes Menschenkind,
Dass du findest
In der Trübsal
Diese Gaben,
In das Mutterherz.

Peter Rosegger 1843 – 1918

Gedichte Muttertag : teure Mutter

teure Mutter

Kunstlos – aber rein und wahr -
Bring’ ich, teure Mutter! heute
Dir die besten Wünsche dar.
Meine fromme Bitte schwinge
Sich zu Gott, und immer bringe
Jeder Tag Dir Himmelsfreude.

Vollständige Sammlung von Gelegenheitsgedichten 1852

Gedicht zum Muttertag : Muttertagsgedicht

Muttertagsgedicht

Frohe Stunden gibt’s im Leben,
Froher Tage gibt es viel,
wo wir ohne Sorgen schweben
unter Sang und Tanz und Spiel.
Doch der Lebensjahre beste
sind der Kindheit goldnes Loos:
freundlich winket da zum Feste
Mutterlieb’ auf ihrem Schoß.

Ihr im Schoß, umringt von Scherzen,
liegt man sicher, liegt man weich;
lächelt nach dem Mutterherzen,
in sein kleines Himmelreich.
Sanft geküsst, gewiegt, gedrücket,
fühlt man Freuden, Wonne schon;
und kein Saitenklang entzücket,
wie der Mutterstimme Ton.

So am Gängelband der Freude
werden wir allmählich groß,
tauschen jetzt um Buch und Weide
Mutterarm und Mutterschoß.
Aber kann, wer da gesessen,
angelehnt an ihrer Brust,
jenes Kinderglück vergessen,
jener Paradieseslust? -

O der Unschuld Paradiese,
wie so grünend, wie so schön!
wenn herab auf Wald und Wiese
lauter Gottesengel sehn,
auf Gefilde, leer von Reue,
Friede aus den Wolken lacht,
und bei mütterlicher Treue
väterliche Sorge wacht.

Von der Lebensjahre besten,
wo das Veilchen frischer blüht,
von der Kindheit Rosenfesten
Dir, o Mutter, dieses Lied!
Mutter, Deinen treuen Händen
dieser Druck und dieser Dank!
Lass mit Küssen mich vollenden
diesen kindlichen Gesang!

Deklamationssaal 1853

Gedicht zum Muttertag : Mutter unser

Mutter unser

Mutter unser, wo bist du?
Niemals sah dich ein Auge;
Denn uns lehrten Jahrtausende
Nur zum V a t e r den Aufblick!
Deines Gewandes Wärme,
Deines Busens muttersame Ruh’,
Wehe aus dem Sternendunkel
Einmal deinen Kindern zu.

Max Bewer 1861 – 1921

Gedicht zum Muttertag : Der Mutter vorzusingen

Der Mutter vorzusingen

Ach wär’ ich ein Vögelein,
Ich wüßt’, was ich tät’:
Ich lernte mir Lieder
Von morgens bis spät.
Dann setzt’ ich mich dort,
Wo lieb Mütterleib wär’,
Und säng’ ihr die Lieder
Der Reihe nach vor.

Und wär’ ich ein Schuster,
Ich hätt’ keine Ruh’,
Ich machte für mich
Und fürs Mütterlein Schuh’;
Die wären zum Tanz
Nicht zu kurz, nicht zu lang,
Dann tanzten wir beid’
Nach der Vöglein Gesang.

Und wär’ ich ein Fischlein,
Ich wüßt’, was da wär’:
Ich tauchte zum Grunde
Tief unten ins Meer,
Holt’ Bernstein und Muscheln -
Ihr glaubt, nur für mich?
Der Mutter den Bernstein,
Die Muscheln für mich.

Und wär’ ich ein Schäflein,
Da hab’ ich im Sinn:
Ich gäb’ alle Wolle
Dem Mütterlein hin,
Die spinnt dann die Wolle
Und strickt sicherlich
Zwei Dutzend Paar Strümpfe
Für sich und für mich.

Und wär’ ich ein Schneider,
Ich wüßt’, was ich sollt’,
Ich macht’ ein paar Kleider
Von Seiden und Gold,
Das eine wär’ groß,
Und das andre wär’ klein,
Der Mutter das große,
Das kleine wär’ mein!

Und wär’ ich der Winter,
Es sollt dich nicht reun,
Das Eis und der Schnee
Müssten Zucker dann sein,
Und die Erde der Kuchen,
Den brockten wir fein,
Meine Mutter und ich,
In den Kaffee hinein.

Doch mancherlei mocht’ ich
Denn doch wohl nicht sein:
Nicht äpfel, noch Kirschen,
Nicht Wasser, nicht Wein;
Denn äßest du mich,
oder tränkst du mich aus,
Dann hätt’ meine Mutter
Kein Kind mehr im Haus.
Der Mutter!

Robert Reinick 1805 – 1852

Muttertag Gedicht : Mit einem Blumenstrauß

Mit einem Blumenstrauß

Hüpfend bring’ ich einen Blumenkranz
und ein Herz voll Freude Dir entgegen;
nimm’s für Deinen mütterlichen Segen,
Mutter, nimm es ganz!
Lieb’ und Dank ist alles, was ich habe,
und dies alles bring’ ich jetzt als Gabe,
und mein Mütterchen verschmäht es nicht.
Dich zu lieben – o wie süße Pflicht! -
Unter allen Freuden wünsch’ ich diese mir allein,
stets Dein liebes, frommes Kind zu sein!

Deklamationssaal 1853

Muttertagsgedichte : Vom Grab meiner Mutter

Vom Grab meiner Mutter

Vom Grab meiner Mutter komm’ ich gegangen.
Fragt mich nichts. Ich kann nichts wissen und sagen.
Aus ewigen Schweigens nächtigen Landen
Komm’ ich gegangen, vom Grab meiner Mutter.
Mein Sinnen und Sehnen ist dort,
Mein verzweifeltes Wähnen, fort und fort,
Jenseits von allem.

Mit blutigem Herzen, zerrissen,
Mit schweren Füßen,
Vom Grab meiner Mutter komm’ ich gegangen.
Des Herzens heiligste, letzte Zuflucht
Liegt unter der Erden.
Vielleicht wann des Winters Stürme vorüber,
Pflanz’ ich Rosen darauf, rote und weiße,
Und der Lenz lässt sie glühen und duften,
Und des Sommers Sonne umlächelt sie,
Und von den Feldern grüßt die Saat herüber
Und manche wilde Blume.

Meine Mutter liebte das Feld
Und die Saat und die wilden Blumen . . .
Dann kommt der Herbst,
Nimmt alles hinweg,
Und dann der Winter . . .
O wie mich friert . . .

Vom Grab meiner Mutter komm’ ich gegangen,
Zum Grab meiner Mutter geh’ ich zurück,
Des Herzens heiligste, letzte Zuflucht
Liegt unter der Erden.
Fragt mich nichts. Was soll ich wissen und sagen?
Unerbittliches Schweigen umfängt
Die nächtigen Lande der Toten.

Michael Georg Conrad 1846 – 1927

Muttertagsgedicht : An meine Mutter

An meine Mutter

Siehe! von all den Liedern nicht eines gilt dir, o Mutter:
Dich zu preisen, o glaub’s, bin ich zu arm und zu reich.
Ein noch ungesungenes Lied, ruhst du mir im Busen,
Keinem vernehmbar sonst, mich nur zu trösten bestimmt,
Wenn sich das Herz unmutig der Welt abwendet und einsam
Seines himmlischen Teils bleibenden Frieden bedenkt.

Ach, wie liebreich warst du der Welt und dientest allen!
Und wie klein doch, wie plump hat sie dich endlich verkannt!
Da entsagtest du ihr; doch lächelnd wehren die Deinen
Heute und gestern der Hand, die sich in Liebe vergisst.

Eduard Mörike 1804 – 1875

Muttertagsgedichte : Madonna

Madonna

Den Säugling ihrer Schwester hielt mein Mädchen,
Als wären ihre Mutterfreuden echt,
In ihren zärtlichen, besorgten Armen.
Ihr großes Auge war so voll der Liebe
Und ihres Herzens Schlag so mütterlich,
Die Neigung ihres Hauptes so vertraut,
Dass des betrognen Säuglings Mund sich spitzte
Und dass sein Blick, wie auf der Mutter Brust,
Auf meines Mädchens reinem Busen ruhte,
Als wär’s der Hügel seines süßen Brünnleins.
Sein Händchen griff danach aus seinem Kissen,
Sein Zünglein schlürfte.
Und ich stand dabei,
Gerührt auf mein verwirrtes Mädchen blickend,
Und fromm und andachtsvoll und wundergläubig
Und wie die Könige in Bethlehem . . .

Hugo Salus 1866 – 1929

Spruch zum Muttertag : Muttertränen

Muttertränen

Die Mutter wiegt ihr Kindlein
Beim einsamen Lampenschein:
“Mein kleines Kind, mein glückliches Kind!
Welch Glück, so klein zu sein!

Das Glück ist wie ein Hemdlein,
Es sitzt so gut und fein;
Doch mit den Jahren wächst man draus
Und wächst sich nimmer drein!”

Die Mutter wiegt ihr Kindelein
Und sieht es an und weint;
Das Kindlein lächelt still empor,
Und weiß nicht was sie meint.

“So sah mir auch meine Mutter
Oft weinend ins Gesicht,
Ich lächelte still zu ihr empor
Denn ich verstand sie nicht.

Du hast mich erst ihr Weinen
Verstehn gelehrt, mein Kind:
Denn nur ein Mutterherz versteht,
Was Muttertränen sind!”

Johann Gabriel Seidl

Muttertagsgedicht : Meine Mutter

Meine Mutter

Du warst so jung noch, ach, so jung und gut
Und musstest sterben . . . Lange, bange Nächte
Saß ich bei dir an deinem Krankenbett,
Die schlanken, hagren Hände in den meinen,
Und horchte lautlos deinen Atemzügen.
“Ich bin so müde” und “Ich hab’ dich lieb” . . .
Wie diese Worte mir das Herz durchdrangen,
Und wie dein Lächeln mir das Herz zerriss,
Dies Dulderlächeln, drin sich Todesangst
Mit heißer Liebe, Mutterliebe mischte. -
Und im Dezember, spät am Abend, war’s,
Das Dunkel sah von draußen durch die Fenster,
Und durch das Zimmer floss gedämpftes Licht.
Du keuchtest schwer – war das der Tod, der Tod?
Griff er nach dir mit dürren Knochenhänden,
Nach deinem Herzen, das so voll einst schlug?
Ich horchte reglos. Zögernd ging der Zeiger
Der zehnten Stunde zu . . . da brach dein Atem,
Die große Ruhe kam, es war vollbracht . . .
Ich aber ging hinaus in Nacht und Nebel.

Drei Tage später. Seltsam stark und süß
Nach Totenkerzen, tannenen Girlanden
Duftet’s im Zimmer. Von dem schwarzen Sarg
In mattem Silber leuchten Fransen her -
Schlaf wohl, schlaf wohl! Ich will dir Lieder singen.
Du warst das letzte, was ich hier besaß,
Bei dir war alles, denn bei dir war Friede
Und Glück und Heimat . . . Einsam bin ich nun
Und fremd auf Erden. Ach, so jung, so jung
Und muss schon wandern! Doch nur hoch die Stirn!
Das Leben geht – es rollt das Rad der Zeit,
Sieh und fest und treu der Zukunft nur entgegen!
Sturm, lass dein Drohn! Dies Haupt, es ist gefeit,
Es ruht darauf ein heiliger Muttersegen.

Carl Busse 1872 – 1918

Gedicht zum Muttertag : Heimat

Heimat

Und auch im alten Elternhause
Und noch am Abend keine Ruh?
Sehnsüchtig hör ich dem Gebrause
Der hohen Pappeln draußen zu.

Und höre sacht die Türe klinken,
Mutter tritt mit der Lampe ein;
Und alle Sehnsüchte versinken,
O Mutter, in dein Licht hinein.

Richard Dehmel 1863 – 1920

Gedichte Muttertag : Die feinen Ohren

Die feinen Ohren

Dem Andenken meiner Mutter

Du warst allein,
Ich sah durchs Schlüsselloch
Den matten Schein
Der späten Lampe noch.

Was stand ich nur und trat nicht ein?
Und brannte doch,
Und war mir doch, es müsste sein,
Dass ich noch einmal deine Stirne strich
Und zärtlich flüsterte: Wie lieb ich dich.

Die alte böse Scheu,
Dir ganz mein Herz zu zeigen,
Sie quält mich immer neu.
Nun lieg’ ich durch die lange Nacht
Und horche in das Schweigen -
Ob wohl ein weißes Haupt noch wacht?

Und einmal hab’ ich leis gelacht:
Was sorgst du noch,
Sie weiß es doch,
Sie hat gar feine Ohren,
Ihr geht von deines Herzens Schlag,
Obwohl die Lippe schweigen mag,
Auch nicht ein leiser Ton verloren.

Gustav Falke 1853 – 1916

Gedicht zum Muttertag : Schwarze Trauer

Schwarze Trauer

Trag dein grünes Sammetkleid,
Trag es, liebe Seele!
Lass die schwarze Trauerzeit,
Mütterlein ruht schmerzbefreit
Bei den weißen Lilien . . .

Lächelnd hebt sie sich empor
Leicht vom grünen Grunde:
“Lass nun, Kind, den Trauerflor,
Festlich ziehn im Sternenchor
Hohe Himmelstöchter . . .”

Trag dein grünes Sammetkleid,
Trag es, liebe Seele!

Karl Henckell 1864 – 1929

Spruch zum Muttertag : Totenfrühling

Totenfrühling

Dem Andenken meiner Mutter

Gesponnen mit feuchten,
Segnenden Fingern
Hat nächtlich die Flurfee
Schimmernder Schleier
Lichtgrünes Gespinst.
Nun zittern die Zweige
Von zartem Gewebe,
Und über die schwarzen,
Saftschweren äste
Fließt hauchzarter Flor . . .
Der Mord und Gemetzel
Lässt triefen auf Erden,
Der Krankheit und Kummer
Den Menschen verhängt -
Der Kronen zersplittert
Und Keime verschleudert,
Der ewige Weber
Webt bräutliche Zier.
Tod ist gekommen,
Teures genommen,
Liebende Herzen
Geschieden in Qual:
Nimmer sich freuen
Am sprießenden Neuen
Können die Toten,
Nimmer sich wärmen am sonnigen Strahl.
Allesdurchdringer,
Sprengst du den Zwinger,
Tauchst die verloschenen Augen in Licht?
Wandelst Begrabene,
Schwebend Erhabene -
Wir nur weinen und finden sie nicht? . . .

Karl Henckell 1864 – 1929

Muttertagsgedicht : Der Mutter treues Walten

Der Mutter treues Walten

Der Mann muss hinaus
Ins feindliche Leben,
Muss wirken und streben
Und pflanzen und schaffen,
Erlisten, erraffen,
Muss wetten und wagen
Das Glück zu erjagen.
Da strömet herbei die unendliche Gabe,
Es füllt sich der Speicher mit köstlicher Habe.
Die Räume wachsen, es dehnt sich das Haus.
Und drinnen waltet
Die züchtige Hausfrau,
Die Mutter der Kinder,
Und herrschet weise
Im häuslichen Kreise
Und lehret die Mädchen,
Und wehret den Knaben,
Und reget ohn’ Ende
Die fleißigen Hände,
Und mehrt den Gewinn
Mit ordnendem Sinn,
Und füllet mit Schätzen die duftenden Laden
Und dreht um die schnurrende Spindel den Faden,
Und sammelt in reinlich geglättetem Schrein
Die schimmernde Wolle, den schneeigen Lein,
Und füget zum Guten den Glanz und den Schimmer
Und ruhet nimmer.

Friedrich Schiller 1759 – 1805

Muttertag Gedicht : Mutterglück

Mutterglück

Heut im Vorübergehen,
Im Stadtgedräng’ und Gewirr,
Auf einer Promenade,
Sah ich ein Prachtgeschirr.

Auf Gummirädern rollte
Die Equipage weich,
Lakai und Kutscher thronten,
Einem ehernen Bilde gleich.

Die Morgensonne schien blendend
Im losen Sommerwind,
Im offnen Wagen saßen
Die Mutter und ihr Kind.

Die Mutter bog sich selig
Zu ihrem Liebling vor,
Das lockenlustige Mädel
Streckte lachend die ärmchen empor.

Am selben Tage ging ich
Weit draußen vor der Stadt,
Vom Menschengewimmel genesen,
Ich war der Unruh’ satt.

Da kam mir zwischen den Gärten
Ein Wägelchen in Schau,
Eine rollende Kinderkarre
Von einer Arbeiterfrau.

Die Sonne flimmerte schläfrig
Im lieben Abendwind.
Die Mutter schob die Karre,
Den Kutscher spielte das Kind.

Die Mutter bog sich selig
Zu ihrem Liebling vor,
Das lockenlustige Mädel
Streckte lachend die ärmchen empor.

Detlev von Liliencron 1844 – 1909

Gedicht zum Muttertag : Bei überreichung eines Kranzes

Bei überreichung eines Kranzes

Bin ich auch noch jung und klein,
Kann doch etwas sagen;
Will mich meiner Mama freu’n,
Ihr ein Kränzchen tragen.
Nimm die Blüten in die Hand,
Vater hat’s gebunden;
Blumen sind uns nah verwandt
In solch frohen Stunden.
Werd’ ich einst zur Schule geh’n:
Kann ich Verse schreiben;
Und ich will, Du sollst es seh’n,
Gut und artig bleiben.

Die Festtage des Lebens 1856

Spruch zum Muttertag : Einen Wunsch der Lieb’ und Treue

Einen Wunsch der Lieb’ und Treue

Einen Wunsch der Lieb’ und Treue
Bringt mein kindlich Herz Dir dar,
Ja, das reichste Glück verleihe
Dir der Ewige auf’s Neue
Jetzt und künftig immerdar,
Frei von Sorgen soll Dein Leben
In der Zeiten rascher Flut
Heiter Dir vorüberschweben!
Doch noch eins wünsch’ ich daneben!
Bleib auch Deiner Tochter gut!

Die Festtage des Lebens 1856

Gedicht zum Muttertag : Ein verlorner Sohn

Ein verlorner Sohn

Wes ist das Licht, das durch die trübe
Sternlose Nacht so tröstlich blinkt?
Das Lämpchen ist’s der Mutterliebe,
Das heimwärts dem Verlornen winkt.

Ein armes Weib in enger Klause
Wohnt dort, ihr Haupt ist altersschwer;
Vor Jahren zog vom Elternhause
Der einz’ge Sohn fort übers Meer.

An ihres Fenster kleine Scheibe
Sie nächtlich drum die Lampe stellt,
Dass, wenn zurück ihn Sehnsucht treibe,
Der düstre Pfad ihm sei erhellt.

Denn “Heute muss er wiederkehren!”
Entfachend jener Lampe Schein,
Spricht täglich sie mit bittren Zähren,
Eh’ sie des Abends schlummert ein.

Und wenn sie früh die müden Glieder
Vom Lager hebt, beim Morgenrot,
Ruft betend sie: “Heut kehrt er wieder!”
Sie weiß es nicht, dass längst er tot . . .

Es hat die Nachbarin, die gerne
Das Neuste stets im Dorf erzählt,
Auch einen Sohn jenseits des Meeres,
Der drüben blieb und sich vermählt.

Der hat es ihr schon längst geschrieben,
Dass tot der Sohn der Alten sei;
Jedoch der armen Frau zuliebe
Verwahrt sie das Geheimnis treu.

Und wenn sie Sonntags in der Kirche
Die Alte fragt: “Nun kehrt er bald?”
Spricht lächelnd sie: “Geb’s Gott”, die Tränen
Im Aug’ rückdrängend mit Gewalt.

Im Zorne war er einst geschieden
Fort übers Meer zum fernen West,
Doch sie kann sterben nicht in Frieden,
Eh’ sie ihr Kind ans Herz gepresst.

Siech ist ihr Leib, grau sind die Haare,
Und ihre Hände zittern schon,
Doch spinnt und darbt sie, dass sie spare,
Wenn heim er kehrt, für ihren Sohn.

O Mutterliebe! Quell der Schmerzen,
Von Gottes ew’gem Angesicht
Abglanz im sünd’gen Menschenherzen,
Du harrst, du hoffst und zweifelst nicht!

Lass trostreich deine Leuchte blinken,
In dunkler Nacht den hellsten Stern,
Der Tag, wo du den Sohn wirst finden,
Harr’ aus und hoff’, ist nicht mehr fern!

Günther Walling 1839 – 1896

Gedichte zum Muttertag : An meine Mutter

An meine Mutter

Im tollen Wahn hatt ich dich einst verlassen,
Ich wollte gehen die ganze Welt zu Ende
Und wollte sehn, ob ich die Liebe fände,
Um liebevoll die Liebe zu umfassen.

Die Liebe suchte ich auf allen Gassen,
Vor jeder Türe streckt ich aus die Hände
Und bettelte um kleine Liebesspende -
Doch lachend gab man mir nur kaltes Hassen.

Und immer irrte ich nach Liebe, immer
Nach Liebe, doch die Liebe fand ich nimmer
Und kehrte um nach Hause, krank und trübe.

Doch da bist du entgegen mir gekommen,
Und ach! Was da in deinen Aug geschwommen,
Das war die süße, lang gesuchte Liebe!

Heinrich Heine 1797 – 1856

Gedicht zum Muttertag : Die junge Mutter

Die junge Mutter

Sie hat ein Kind geboren,
Zu höchster Lust in tiefstem Leid,
Und ist nun ganz verloren
In seine stumme Lieblichkeit.

Es blüht zwei kurze Tage,
So dass sie’s eben küssen mag,
Und ohne Laut und klage
Neigt es sein Haupt am dritten Tag.

Und wie es still erblasste,
So trägt sie still den heil’gen Schmerz,
Und eh’ sie’s ganz noch fasste,
Dass es dahin ist, bricht ihr Herz.

Der mit dem Lilienstängel
Sonst tritt aus einem finstern Tor,
Er ging, der Todesengel,
aus ihrem eignen Schoß hervor.

Friedrich Hebbel 1813 – 1863

Spruch zum Muttertag : Die junge Mutter

Die junge Mutter

Im hellen Blumengarten
Eine fromme Mutter stand,
Ihr herzig Kind zu warten;
Sie wiegt es mit der Hand.

Die Blütenzweige fächeln,
Der Knabe regt sich kaum,
Er blickt mit süßem Lächeln
Zum blauen Himmelsraum.

Die goldnen Löckchen wehen
Ihm um das Haupt zumal;
Was mag das Kindlein sehen
Im großen Himmelssaal?

Es strecket mit Verlangen
Die zarten Arme aus,
Den Vater zu erlangen
Dort oben im hellen Haus.

Die Englein all’ erscheinen,
Sie bringen sel’gen Gruß;
Wie kommt es, dass ich weinen,
so herzlich weinen muss?

Julius Mosen 1803 – 1867

Muttertagsgedichte : Sei getrost

Sei getrost

Das ist die Sünde, die du fliehen sollst:
Der Hader mit dem Schicksal. Sei getrost!
Es führt dich gut, geht es auch dunkle Wege.
Folg’ nur ergebenen Herzens, wie ein Kind,

Das an der Mutter Hand im tiefen Wald
Nach Hause strebt und innig sicher ist:
Die Mutter, o die Mutter kennt den Weg.

Otto Julius Bierbaum 1865 – 1910

Spruch zum Muttertag : Erlebnis

Erlebnis

Oft denk ich deiner nicht durch Tag und Stunden,
Das Leben treibt mich strudelnd hin und her;
Dann kommen Nächte, taub und dumpf und leer,
Dann, Mutter, dann muss ich durch dich gesunden.

Wie oft nicht hab ich’s seltsam süß empfunden,
Als legte auf mein Haupt so heiß und schwer,
Sich eine Hand wie eine heil’ge Wehr,
Sanft, leis und lieb, bis mich der Schlaf gefunden.

O Mutterhand, hilfst du mir auch durch’s Morgen?
Ich werde zag, gedenke all der Sorgen,
Der Wünsche aller, die durch mich zu dir

Geflossen aus dem Mutterherz, dem warmen,
Und doch, das Schicksal muss sich ja erbarmen,
Sonst, Mutter, wie bestünde ich vor dir?

Walter Flex 1887 – 1917

Muttertagsgedichte : Die Mutter

Die Mutter

Leise atmend, halb entschlummert
Liegt das Kind im Bettchen klein,
Plötzlich durch das offne Fenster
Schaut der Abendstern herein.

Und nach ihm mit beiden Händen
Laut aufweinend langt das Kind:
“Mutter, Mutter, hol’ mir diesen
Schönen Stern herab geschwind!”

“Dummheit!” ruft der Vater zornig
Hinter einem Zeitungsblatt,
“Was der Fratz von dritthalb Jahren
Für verrückte Launen hat!

Denk’ man: dreißig Millionen
Meilen weg und ein Planet,
Der zweihundertvierundzwanzig
Tage um die Sonne geht!”

Doch die Mutter tröstet leise:
“Schlaf’, mein Engel! Diese Nacht
Hol’ ich dir den Stern vom Himmel,
Der dir so viel Freude macht;

Morgen früh, hier auf dem Bette
Findest du den Edelstein” -
Und das Kind, in Tränen lächelnd,
Schläft am Mutterherzen ein.

Hermann von Gilm 1812 – 1864

Muttertagsgedichte : An die Mutter

An die Mutter

Obgleich kein Gruß, obgleich kein Brief von mir
So lang dir kommt, lass keinen Zweifel doch
Ins Herz, als wär die Zärtlichkeit des Sohns,
Die ich dir schuldig bin, aus meiner Brust
Entwichen. Nein, so wenig als der Fels,
Der tief im Fluss vor ew’gem Anker liegt,
Aus seiner Stätte weicht, obgleich die Flut
Mit stürm’schen Wellen bald, mit sanften bald
Darüber fließt und ihn dem Aug entreißt,
So wenig weicht die Zärtlichkeit für dich
Aus meiner Brust, obgleich des Lebens Strom,
Vom Schmerz gepeitscht, bald stürmend drüber fließt
Und von der Freude bald gestreichelt, still
Sie deckt und nie verhindert, dass sie nicht
Ihr Haupt der Sonne zeigt und ringsumher
Zurückgeworfen Strahlen trägt und dir
Bei jedem Blicke zeigt, wie dich dein Sohn verehrt.

Johann Wolfgang von Goethe 1749 – 1832

Muttertagsgedichte : Aus der Ferne

Aus der Ferne

Mir ist so wohl, mir ist so bang
In meinem Herzen drinn.
Was reißt mich für ein heißer Drang
Zu meinen Lieben hin? -
O sage, was für Töne ziehn,
Mir sehnend durch die Brust? -
Das Auge flammt, die Wangen glüh’n
In heil’ger Lieb’ und Lust. -

So gehe denn mein Seelengruß
Hin in mein Heimatland, -
Da ich ja selber meinen Kuß
Dahin nicht bringen kann.
Und wehe hin und klinge mild
Der Lieben Mutter mein,
Und trage Ihr des Sohnes Bild
In ihre Hütte ‘nein! -

Und stelle es vor ihren Geist
In Andacht flammend dar,
Wie es mit Tränenblicken weist
Auf einen Hochaltar.
Der Altar leuchtet hoch und schön, -
“Geweiht der Dankbarkeit” -
Sein strahlend Heil’genbild wird stehn
Bis in die Ewigkeit.

Denn wie der Sonne Morgenschein
Auf grüne Eichen bricht,
Glüht in die Gegenwart hinein
Der Hoffnung Wunderlicht.
Sie bringet uns die goldne Ruh
In diese Erdenwelt.
Es nicken uns die Englein zu,
Vollziehn, was uns gefällt.

Drum, Hoffnung, wollen wir vertraun
Stets Deinem Blumenstern,
Woll’n glaubensmutig vorwärts schaun,
Liegt auch das Glück noch fern.
Ja Deine goldne Blütenwelt
Umgaukelt auch das Grab,
Und von des Himmels Sternenfeld
Glüht Trost auf uns herab.

Die Festtage des Lebens 1856


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blumen-zum-muttertagMuttertagsgedichte gab es schon in der Literatur. Wahre Hymnen wurden der Mutter gewidmet. Große deutsche Dichter, ehrten mit den Gedichten zum Muttertag die Mutter. Friedrich Schiller dichtete der “Der Mutter treues Walten” und Friedrich Hebbel, das traurige Gedicht vom Sterben eines Kindes in “Die junge Mutter”. Wilhelm Hauff beschrieb in “Mutterliebe” die Liebe der Mutter als das Allerheiligste der Liebe. Nicht nur Gedichte wurden von unseren Dichtern veröffentlich auch ein Spruch zum Muttertag als Zitat. So zum Beispiel von Johann Wolfgang von Goethe, der die Mutter mit dem Kinde beschrieb, wie reizend und doch wie ehrwürdig eine Mutter mit ihren Kindern ist. Georg Ebers schrieb in seinem Spruch zum Muttertag wie selbstlos und wie rein und göttlich die Liebe der Mutter für ihr Kind ist.

Gedichte zum Muttertag sind für die Kinder etwas Besonderes. Bereits im Kindergarten und später in der Schule werden Muttertagsgedichte gelernt. Es macht auch heute noch den Kindern viel Freude ihren Müttern einen Spruch zum Muttertag oder Gedichte zum Muttertag am Ehrentag vorzutragen. Speziell der Sohn, dem eine ganz spezielle Verbindung zur Mutter nachgesagt wird, trägt mit Freude und Liebe Gedichte zum Muttertag seiner lieben Mutter vor. Der Muttertag wird übrigens immer am zweiten Maisonntag gefeiert. Gäbe es den Muttertag nicht mehr, wären vor allem die kleineren Kinder traurig, auch der Sohn, der an diesem Tag seiner Mutter einen speziellen Spruch zum Muttertag vortragen darf.
Ist die Mutter alt geworden, können sich viele auf ihre Kinder verlassen, die sie dann umsorgen und pflegen. Ein Dank der Liebe an die Mutter